Implantate

Was sind Zahnimplantate?

Zahnimplantate sind künstliche Zahnwurzeln, meist aus Titan oder Keramik, die in den Kiefer eingesetzt werden und dauerhaft fest mit dem Knochen verwachsen.

Geschichte

Die zahnärztliche Implantologie ist ein recht junges Fachgebiet der Zahnmedizin. Erst seit 1982 ist die zahnärztliche Implantologie von der DGZMK (Deutsche Gesellschaft für Zahn- Mund- und Kieferheil-    kunde) anläßlich des Jahreskongresses in Garmisch-Partenkirchen wissenschaftlich anerkannt. Obwohl seit Jahrzehnten praktiziert, erhielt die zahnärztliche Implantologie aber erst mit der neuen Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ 1988) ihre bundesweite Gültigkeit und Bestätigung, so daß sie sich als     Therapiemaßnahme der oralen Rehabilitation durchgesetzt hat und insofern auch gemäß gesetzlicher Gebührenordnung (nach der GOZ/GOÄ) abgerechnet werden kann. Aus der geschichtlichen Entwicklung der zahnärztlichen Implantologie ist hervorzuheben, daß sie von praktizierenden Zahnärzten entwickelt und zunächst fast ausschließlich in der Praxis angewendet wurde.
In zahllosen Fortbildungsveranstaltungen haben diese Zahnärzte ihre Vorstellungen über zahnärztliche Implantologie unterbreitet und so zur Weiterverbreitung beigetragen. Die Zahl der implantologisch       tätigen Zahnärzte erhöht sich stetig und die Fortbildungsmöglichkeiten sind enorm.

Damit ist der Weg für neue Behandlungsmöglichkeiten offen:
Weg von herausnehmbaren Zahnersatz, hin zu neuen festsitzenden Zähnen.

Durch das Einbringen eines Metallgerüstes (Schrauben- oder Blattimplantate) im Kieferknochen können totale oder partielle Zahnverluste ausgeglichen werden. Mittlerweile gibt es eine unüberschaubare        Anzahl an Implantatsystemen. Die Implantate werden immer haltbarer und haben noch eine große        Zukunft vor sich.

Die Möglichkeiten

Implantate eignen sich zunächst bei Patienten mit totalem Unterkieferzahnersatz, der von sich aus          keinen guten Halt mehr findet. Jedoch muß ein größerer Aufwand betrieben werden, wenn der Knochen schon stark atrophiert ist. In meiner Praxis verwenden wir das speziell für diese Fälle entwickelte Micro-Plant System der Firma Komet/Brasseler. Der chirurgische Eingriff ist gering belastend, der vorhandene Zahnersatz kann weiterverwendet werden.
Hierbei kommt Beckenkammknochen als Ersatzmaterial zum Einsatz. Solche Eingriffe sollte man allerdings Spezialisten, wie Kiefer- und Gesichtschirurgen oder Oralchirurgen überlassen. Das gleich gilt für den sog. ‚Sinus-Lift‘; hierbei wird die Kieferhöhle etwas mit Knochen- oder Knochenerstzmaterial              aufgefüllt, um dem Implantat genügend Halt zu bieten.

Je mehr Implantate umso besser der Halt. Man muß allerdings sehr vorsichtig sein, wenn es um              Parodontitis vorbelaßtete Patienten geht – denn es gibt auch eine Periimplantitis, die u.U. zum Verlust des Implantates führen kann.

Die Implantate läßt man meistens zwei bis drei Monate nach dem chirurgischen Eingriff einheilen um dann die verbesserte Suprakonstruktion (Brücke oder Prothese) mit verbessertem Halt und verbesserter Funktion wieder in den Mund zu integrieren.

Die Behandlung

Vor Beginn der Behandlung muß der Kiefer genau vermessen werden, um festzustellen wie der              Knochen, in dem das Implantat später verankert wird, beschaffen ist und in welcher Achsrichtung das Implantat gesetzt werden muß, damit sich der neue Zahn auf dem Implantat später optimal in das Gebiß einfügt. Dann wird unter örtlicher Betäubung ein Loch in den Knochen gebohrt und das Implantat         gemäß der Vermessung eingebracht. Dabei gewähren genormte Instrumente eine optimale Paßgenauigkeit. Durch diese genauen Vorkehrungen und der sehr präzisen Operationstechnik ist der Eingriff in der Regel schmerzfrei und es entstehen oft weniger Nachbeschwerden als nach dem Entfernen eines            Weisheitszahnes.
Die Wunde wird mit einer Naht verschlossen und muß jetzt verheilen. Auch der Knochen reagiert auf die Operation, indem er sich strukturell umbaut und sich dem Implantat anpaßt. Die Heilungsphase des Knochens dauert ca. 3-6 Monate.
Zahnarzt und Zahntechniker können jetzt den neuen Zahnersatz herstellen und am Implantat                    befestigen.

Implantatversorgungen sind zwar aufwendig, aber sie kommen doch der Natur und den eigenen Zähnen am nächsten.

VORHER
Ein zahnloser Unterkiefer
NACHHER
Das Gebiß wird mit Implantaten, die als Stützpfeiler wirken, befestigt.

Die Prothese sitzt wie festgewachsen!

VORHER
Eine große Zahnlücke, die früher das Einsetzen einer herausnehmbaren Prothese erfordert hätte.
NACHHER
Die große Zahnlücke wird mit Hilfe von festsitzendem Zahnersatz, der auf den Implantaten befestigt ist, überbrückt.

Die Implantate ersparen hier eine herausnehmbare Prothese!

VORHER
Der Schneidezahn fehlt. (Häufige Folge von Sportunfällen)
NACHHER
Das Einsetzen eines Implantats als künstliche Zahnwurzel ist hier ideal!

Mit zahnärztlichen Implantaten verfügen wir über eine elegante Möglichkeit das oben gezeigte Problem zu lösen. Mit einem Implantat erzielt man nicht nur eine sehr schöne, natürliche und unauffällige         Versorgung, sie bietet auch hohen Kaukomfort, die den eigenen gesunden Zähnen in nichts nachsteht. Auch und besonders zahnlosen Patienten kann dadurch sehr geholfen werden. Moderne Implantate     halten bei guter Pflege 10 Jahre und länger.
Das Risiko, daß ein Implantat sich durch eine Entzündung (Abwehrreaktion des Körpers) lockert,
ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich und kann daher nie ganz ausgeschlossen werden.